Geschichte

 

Historisches

Die Heil- und Pflegeanstalt Werneck wurde 1855 gegründet; König Max II. von Bayern überließ das Schloss Werneck der damaligen Kreisgemeinde Unterfranken zur Errichtung einer Kreisirrenanstalt.
Vorausgegangen war ein Beschluß des Bay. Landtags, eine möglichst flächendeckende stationäre psychiatrische Versorgung aufzubauen.
Damit ist die Anstalt Werneck eine der ältesten Bayerns.
Ihr erster Direktor war Dr. Bernhard Gudden, die Anstalt auf einen für damalige Verhältnisse modernen Stand in Behandlung und Organisation brachte. Vielen Menschen ist er auch dadurch im Gedächtnis geblieben, daß er mit dem sagenumwobenen König Ludwig II. von Bayern unter mysteriösen Umständen im Starnberger See tot aufgefunden wurde.

Um die Jahrhundertwende erreichte die Belegung den Stand von 800 Betten.

Nach den für die psychiatrischen Patient/Innen extrem harten Jahren des 1. Weltkriegs - die Sterblichkeit stieg unter der Nahrungsmittelknappheit drastisch an - wurden in der Folgezeit neue Behandlungsverfahren angewendet.
Besonderer Wert wurde auf die Arbeitstherapie und auf eine heute noch modern zu nennende nachgehende Betreuung der Patient/Innen gelegt.

In der Nazizeit wurden auch Wernecker Patient/Innen - auf Grundlage des Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses - zwangssterilisiert. Im Oktober 1940 wurde die Heil- und Pflegeanstalt geräumt, um Platz für Volksdeutsche und Umsiedler aus dem Balkan zu schaffen. Zum Teil über Zwischenstationen kamen ca. 370 Wernecker Patient/Innen in Tötungsanstalten der sogenannten "Aktion T 4" und wurden dort umgebracht. Die übrigen Patient/Innen wurden größtenteils in die Heil- und Pflegeanstalt Lohr verlegt.

Erst in den 50er-Jahren kehrten nach und nach die Patient/Innen zurück, 1957 lebte die Klinikfunktion wieder auf.

Mit den Impulsen der Psychiatriereform der 70er-Jahre und dem Direktorenwechsel von Dr. Dr. Kohlhepp zu Dr. Schottky kam es zu einer kontinuierlichen Modernisierung der Behandlung, Personalmehrung und Modernisierung der Bausubstanz.

...Fortsetzung folgt...

 

drucken Drucken
Schriftgröße AAAKontrast Kontrast